Riverland

Der Adelaide Cup (ein Pferderennen, der Renntag wurde als „public holiday“ installiert) beschert uns ein verlängertes Wochenende. Die Fahrt über rund 240 Kilometer führt uns durch das Barossa Valley in die Region Riverland. Der Name wird vom Murray River abgeleitet, welcher kurvenreich durch diese Gegend mäandert.

Bevor wir die unsichtbare Grenze nach Riverland passieren, müssen wir alle mitgebrachten Früchte entsorgen. Diese Massnahme dient dazu, die Fruchtfliegen fern zu halten, damit die vielen Plantagen nicht befallen werden. Der Schaden wäre immens, produziert doch die Riverland-Landwirtschaft rund ein Drittel aller australischen Zitrusfrüchte und Weintrauben. Dazu kommen Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche, Äpfel, Baum- und Haselnüsse sowie Mandeln.

In Barmera beziehen wir unsere Hotelunterkunft und geniessen unser Dinner am Ufer des Lake Bonney, einem Süßwassersee, welcher durch den Murray River versorgt wird. Wir sind in Begleitung eines wunderbaren lokalen Rotweins.

Die Entdeckungsreise führt uns nach Loxton, Berri, Paringa und Renmark. Alle Ortschaften wurden am Ufer des Murray Rivers gebaut. Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Durch den Covid-19 Virus - eine Einreise von ausländischen Gästen ist nach wie vor nicht erlaubt - ist der Geldfluss etwas eingeschlafen. Zum Glück erinnern sich in diesen komplizierten Zeiten die Australier an Riverland und verbringen ihre Ferien teilweise in dieser vielseitigen Landschaft.

In Renmark schlendern wir dem River entlang und entdecken eine schwimmende Kuriosität. Ein Boot, vollgepackt mit Gegenständen aus dem Trödelladen, Hühnern und toten Fischen an Bord. Fränk ist eine Legende, ein Artist, ein Musiker und „an Australian Celebrity“. Wir durften das Boot besuchen. Um keine Wertung zu machen, benutze ich als Beschreibung einfach „speziell“. Ich empfehle dir den Trailer anzuschauen.
https://the-chookman.com/2014/01/28/the-story/

Nach dem morgendlichen Golfspiel bleibt Zeit um eines der kleinen Weingüter zu besuchen. Die Wahl fällt auf die „919 Winery“ in Glossop. Der nach ökologischen Werten angebaute Wein begeistert uns. Es werden Trauben bewirtschaftet und zu Wein verarbeitet, die mir bisher eher unbekannt waren. Oder hat jemand von euch schon Petit Manseng und Durif gehört? Ausserdem gedeihen Trauben aus Portugal (Touriga Nacional, Vermentino), Spanien (Tempranillo) und Italien (Sangiovese) auf den Böden dieser Winery. 
https://www.919wines.com.au

Wir treffen auf Andrew. Er ist ein Freund der Weinbauern und hilft bei der Degustation. Er ist auch Weinbauer, aber auch Farmer, Lebemann und Aussteiger. Er spricht über seine Arbeiten und dass er morgen noch Hilfe gebrauchen könnte. Spontan nehmen wir die Einladung an und fahren am nächsten Tag über eine Schotterstrasse zu seinem Paradies.

Seine Weine verkauft er unter dem Namen „Back Verandah“. Wir helfen die Grenache Trauben zu lesen, in den Container und anschliessend in den Grape Crusher zu leeren. Neben den Trauben assen wir Pfirsiche und Äpfel direkt vom Baum. Sehr lecker und gesund. Andrew war Zahnarzt und ist vor 30 Jahren von Adelaide nach Riverland gezogen um Farmer zu werden. Er hat es geschafft, ist Selbstversorger. Neben den erwähnten Früchten hat Andrew auch verschiedene Gemüsesorten im Angebot. Dazu grunzt ein Mutterschwein mit vier Ferkeln frei herum. Auch ein Keiler kommt zur Begrüssung und löste bei uns ein etwas mulmiges Gefühl aus. Die Wildsau wollte mit Pfirsichen gefüttert werden und verschwand dann wieder.

That’s Australian life.

https://www.destinationriverland.org.au


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