immi-account - oder die vielen Fragen

2018
Unsere Hochzeit gab uns Kraft und die Überzeugung den Visumantrag voranzutreiben. Online erstellte Fritz einen Account für die Immigration und begann die vielen Fragen zu beantworten und zu beschreiben, wie die Beziehung funktioniert, wer in welcher Rolle, wie der Alltag gemeistert wird, ob Fritz eine militärische Ausbildung hat und wie oft in den letzten 10 Jahren die Schweizer Grenze und wohin passiert wurde … Fragen über Fragen … beim Ausdrucken zählten wir 46 Seiten. Genau am 08. Dezember 2018 wurde der Antrag online abgeschickt.

Diese Arbeit brauchte Geduld, eine Menge an Recherchen, den Willen durchzuhalten und viel, viel, viel Zeit. Dokumente mussten von den Schweizer Behörden angefordert, in den eigenen Unterlagen - vom Dienstbüchlein der Schweizer Armee bis zu Ferienfotos - gewühlt werden. Oft waren die Nerven angespannt. Und der Fragenkatalog wollte nicht enden. Die Erleichterung grossartig, als die vermeintlich letzte Entertaste gedrückt werden durfte.

Jetzt musste bezahlt werden. AUD 7'160.00. Mit der Überweisung aktivierten wir eine weitere Seite. Empfohlen wurde das Zustellen diverser Dokumente. Wir versuchten in ersten Linie zu beweisen, dass unsere Beziehung echt ist und die Finanzen ausreichen würden, um in Australien unabhängig leben zu können. Also waren Ferienfotos, Flugtickets, Hotelbuchungen, die Heiratsurkunde und vieles mehr gefragt. Die Suche ging los. Wieder viel Zeit und nochmals viel Zeit. Erschwerend bei der Auswahl der Papiere war, dass das australische Government für Einwanderung nur drei "Muss-Dokumente" bezeichnet, welche unbedingt geschickt werden müssen. Lediglich Empfehlungen für die restlichen Unterlagen der definierten Rubriken im Antragsformular. Doch halt: einige Dokumente mussten natürlich übersetzt werden. Diese deutsch-englisch Übersetzungen darf aber nur ein von der australischen Regierung anerkannter Übersetzer ausführen, ansonsten keine Anerkennung erfolgt. In der Schweiz gibt es keine solchen Personen, oder wir haben sie einfach im Internet nicht gefunden. Schlussendlich organisierte ein Büro aus Deutschland den Übersetzungsdienst … ein Mann aus Brisbane übernahm diese Aufgabe.

Die aber wohl wichtigsten Formulare sind:

Strafregisterauszug

Jacqueline's Unterschrift mit welcher sie bestätigt, dass sie in den nächsten zwei Jahren für Fritz’ finanziellen Unterhalt sorgen würde, sollte der Lebensunterhalten nicht bezahlt werden können.

Foto von Fritz mit Unterschrift einer Person, welche einen Beruf ausübt, für den eine Art Eid abgelegt werden muss (Notar, Arzt, Bankangestellter, usw.), welche bestätigt: Fritz ist wirklich Fritz