Hills, Murray River, Fleurieu Peninsula und Wein

Adelaide Hills
In den Adelaide Hills gibt es viel zu sehen. Wir waren längere Zeit in Crafers und besuchten zwei Mal Hahndorf. Insbesondere das von Deutschen gegründete Hahndorf lädt zum Schlendern durch die Mainstreet ein. Vom Kuckucksuhren-Shop bis zum Glacestand ist alles zu finden. Und immerhin sind die ältesten Häuser bereits rund 180 Jahre alt. In den Hills fanden wir auch mehrere kleinere Weingüter. Dazu später etwas mehr. Neben dem Wein sind Gin-Distillerien sehr gut vertreten.

Spannend war der Besuch des Hans Heysen „The Cedars“ Haus, in welchem die Familie lange Jahre gelebt hatte. Hans Heysen war in Hamburg geboren und kam als 6-jähriger Bub in die Region Adelaide. Nach Studien in Europa, insbesondere Paris, widmete er sich in seiner Heimat Australien der Landschaftsmalerei. Er gilt heute als einer der wichtigsten und bekanntesten australischen Künstler. Geht hin. Die Story ist prickelnd, die Bilder sind wirklich detailgetreu und wirken teilweise wie Fotografien.
https://www.hansheysen.com.au

Aus unserer Sicht eher weniger zu empfehlen ist die „Farm Barn Hahndorf“. Angepriesen als einzigartige Mischung aus einem Kinderbauernhof und einem Wildpark, präsentiert sich die Anlage in einem hochgradig renovationsbedürftigen Zustand. Die Tiere werden teilweise in dreckigen und viel zu kleinen alten Anlagen gehalten und der Gesamteindruck kann nur mit heruntergekommen und schmuddelig beschrieben werden.

Beerenberg Hahndorf. Der erste Satz auf der Webseite lautet: „There’s nothing like the taste of freshly picked strawberries.“ Von November bis April kannst Du auf diesem Grossbetrieb Erdbeeren pflücken. Bei unserem Abstecher mussten wir auf dem wirklich grossen Parkplatz lange suchen, bis wir parken konnten. Eine wunderbare Anlage, ein einladender Shop mit allen möglichen Erdbeerprodukten mit einer professionellen Beratung. Speziell aus unserer Sicht war, dass Du AUD 5.00 Eintritt bezahlen musst, bevor das Erdbeerfeld betreten werden darf… und speziell zum Zweiten sind die Kosten der Erdbeeren. Ein Kilo kostet rund doppelt so viel wie im Supermarkt. Zu unserer Verwunderung, scheint aber das Erlebnis Erdbeeren pflücken den vielen Besuchern so viel Geld wert zu sein. Geht hin, macht eure Erfahrungen.
https://www.beerenberg.com.au/61/Pick-Your-Own-Strawberries

Murray Bridge und Mannum
Rund eine Stunde von Adelaide nach Murray Bridge an den Murray River. Er ist der wasserreichste und nach seinem grössten Nebenfluss, dem Darling River, der zweitlängste Fluss des Landes. Die beiden River bilden zusammen ein Flusssystem von rund 3’700 Kilometern, wobei die letzten 800 Kilometer gemeinsam als Murray River. Die Fahrt beginnt steil von Adelaide hinauf auf die Hills und dann durch karges, meist braunes Farmland hinunter nach Murray Bridge. Eine Kleinstadt, bekannt und benannt, weil die erste Brücke über den River dort gebaut wurde und immer noch im Originalzustand benutzt wird. Die Stadt ist nicht unbedingt mit viel Charme ausgestattet. Nach einem rund stündigen Rundgang setzen wir unsere Reise fort und steuern das flussaufwärts gelegene Mannum an. Ein historische Stadt und irgendwie einladender als Murray River. Bereits die Aborigines wussten den Fluss als eifrige Fischer zu nutzen. Interessant auch, dass 1852 in Mannum das erstes Schiff überhaupt in den Murray River zu Wasser gelassen wurde. Bis heute prägt die Schifffahrt den Ort. So hat es dort auch keine Brücke, stattdessen ist ein Fährbetrieb installiert. Ausflug lohnt sich.

Victor Harbor
Wieder eine Stunde im Auto. Diesmal gehts südwärts an die fast unterste Ecke der Fleurieu Peninsula. Die Fahrt ist abwechslungsreich und führt an McLaren Vale, Willunga und Mount Compass vorbei. Viele Hügel, unzählige Kurven, Weideland, Gumtrees, ab und zu ein Weingut und schmale Strassen. Erste Halt Dump Beach, welche zu Port Elliot gehört. Ein langer sandiger Strand und ein Paradies für Surfer. Die Wellen, an diesem Tag um die vier Meter hoch, gehören den Männern und Frauen mit einem Brett unter den Füssen. Das Meer tobt, das Wasser peitscht und die Surfer sind kein bisschen beeindruckt. Immer und immer wieder lassen sie sich hinaustreiben und die perfekte Welle zu erwischen. In den Dünen über dem Meer fährt der Cockle Train, eine alte historische Dampfeisenbahn, vorbei. Der Zug verbindet Goolwa nahe der Mündung des mächtigen River Murray mit dem belebten Touristenzentrum Victor Harbor.

Genau in eben diesem Victor Harbor machen wir den nächsten Halt. Die Attraktion ist eine pferdegezogene Strassenbahn, mit der man über einen mehrere hundert Meter langen Steg zur vorgelagerten Granite Island kommt (Victor Harbor Horse Drawn Tram). Wir sind zu Fuss auf die Insel gelangt und haben diese in einem rund einstündigen Marsch umrundet. Wie der Name schon sagt, hat es viele Granitblocks in allen möglichen Grössen. Du hast jederzeit einen Blick auf das offene Meer und bis auch immer dem doch starken Wind ausgesetzt. Die Stadt ist einladend und gespickt mit vielen Boutiquen und Café’s. Auf die to-to-Liste setzen.
https://encountervictorharbor.com.au

Strände
Eine Beschreibung würde den vielen sehr attraktiven Ständen, von Semaphore Beach bis Rapid Bay nicht gerecht. Alle sind eigen, feinsandig und es ist eine wahre Freude, dort Zeit zu verbringen. Unsere Lieblingsbeach ist natürlich diejenige vor unserer Haustüre in Seacliff. Der Strand ist flach und Du kannst bis rund 50 Meter hinausgehen und bist vielleicht bis zur Hüfte im sauberen und klaren Wasser. Eine halbe Stunde südlich unsere zweite Wahl - Port Willunga Beach. Der Strand wird von Klippen geschützt, an denen einst Fischer Höhlen ausbauten, um ihre Boote und Netze aufzubewahren. Die verrotteten Hölzer am Strand zeugen vom dreimastigen Eisenfrachtschiff „Star of Greece“, welches hier 1888 infolge eines starken Sturmes zerstört wurde. Ein Besuch an diesem Strand und im Restaurant, welches den Namen des zerstörten Schiffs trägt, ist unbedingt zu empfehlen.

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Weine
In South Australia gibt es nicht nur wunderbare Tropfen aus dem Barossa- und Clare-Valley. In den Adelaide Hills hat es viele kleinere Weingüter, welche mit kräftigen, vollmundigen und nachhaltigen Weinen in der Qualität den Weinen aus den bekannteren Weingebieten in nichts nachstehen. Eines dieser Weingüter ist „Lobethal Road“. Auf 475 m ü.M. gelegen, wurden erstmals 1998 Reben gepflanzt. Die Weine sind mehrfach preisgekrönt. Insbesondere der Chardonnay und der Shiraz. Im Cellar Door, resp. im Garten vor der Winery, wurden wir von Sally fürstlich bewirtet und alle unsere Fragen ausführlich und kompetent beantwortet. Geht hin. Es lohnt sich.
https://lobethalroad.com

Südlich der Hills, im McLaren Vale, gibt es eine Fülle weiterer Weingüter, welche Weine von Weltklasse herstellen. Insider behaupten sogar, dass zwischenzeitlich diese Weinregion die besseren Tropfen produziert, als im Barossa. Wie die Lobethal Road Winery, handelt es sich in diesem Tal vor allem um kleine aber feine Produzenten. Aufgrund der warmen, trockenen Sommer und der kühlen, regenreichen Winter ist das mediterrane Klima optimal für den Weinanbau. Die mit Abstand am meisten angebaute Rebsorte ist Shiraz, welche für einen sehr kräftigen, beerigen und hochprozentigen Wein verantwortlich ist. Natürlich gibt es auch Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Sauvignon Blanc und viele mehr.

Wer Wein und Kunst verbinden will, geht zu „d’Arenberg“. „The Cube“ ist ein bekanntes Wahrzeichen, Kunstausstellung, Restaurant und gleichzeitig Cellar Door. Die Weine passten nicht so zu unseren Gaumen. Wie viele andere Dinge im Leben, ist halt auch Wein Geschmacksache.
https://www.darenberg.com.au/darenberg-cube/

Ein Volltreffer für unsere Gaumen ist der Wein von „Samuel's Gorge“. Untergebracht in einem 1853 erbauten Farmschuppen, liegt das Weingut auf einem der unzähligen Hügel und überblickt im Norden den spektakulären Onkaparinga River National Park und im Süden den Ozean. In erster Linie werden Rotweine aus den Rebsorten Grenache, Shiraz, Mourvèdre, Graciano und Tempranillo hergestellt. Die Aromen sind ausgewogen, der Trinkgenuss seidig und überzeugend. Es wäre nicht falsch, dort die eine oder andere Flasche zu kaufen.
https://www.gorge.com.au