Der Lack ist ab - oder die Umsetzung der Quarantäne

Ein guter Freund hat mir Kai Wiesinger’s Buch „DER LACK IST AB“ zum 60. Geburtstag geschenkt. Die Anekdoten sind witzig und bei genauerer Betrachtung zutreffend.

Der Lack ist ab - nicht nur bei 60 jährigen Männern, nein, möglicherweise auch bei der Australischen Regierung. Oder sind unsere Wahrnehmungen dem Jetlag in die Schuhe zu schieben? Oder haben wir schon nach drei Tagen einen Lagerkoller (psychischer Erregungszustand bei länger anhaltender, jedoch vorübergehender Unterbringung an einem Ort - mit Fenstern, die sich aber nicht öffnen lassen)?

Wir sind eingesperrt. Das Zimmer darf unter keinen Umständen verlassen werden. Wir sind hochexplosives Gut und werden im Hochsicherheitstrakt verwahrt. Zum Glück nicht lebenslänglich.

Das Essen wird in Papiertüten und in Styroporboxen vor die Türe gestellt. Ist der Bote weg, dürfen wir die Tüten ins Zimmer holten. Die Qualität der Menüs verdient keine Sterne. Nach unseren telefonischen Inputs, wurde das Essen besser … das war keine besondere Herausforderung, denn am ersten Tag gab es weder frisches Gemüse oder Salat, auch keine Früchte. Mineralwasser fehlte, denn schliesslich sei das Hahnenwasser trinkbar …

Die Badetücher unterliegen einem klar geregelten Prozess. Telefonisch bestellen wir bei der Rezeption einen weissen Plastiksack. Mit neuen Tüchern gefüllt erfolgt die Zustellung bis vor das Zimmer. Die benutzen Badetücher gehen dann denn umgekehrten Weg. Ähnlich, wenn auch nicht ganz gleich, ist der Weg des Toilettenpapiers …

Zwei Frauen klopften an die Zimmertüre. Eingepackt in Anzüge, wie wenn eine atomare Katastrophe Perth erschüttert hätte. Aber keine Atombombe, kein Leck in einem Reaktor, kein Krieg, nur ein erneuter Covid-19 Test. In 10 Tagen werden uns die Damen wieder besuchen. Herzlich willkommen.

Australien - DER LACK IST AB.