1'000 Kilometer

Balladonia, Caiguna, Cocklebiddy, Madura, Mundrabilla, Eucla, Nullarbor NP, Yalata, Bookabie, Penong, Ceduna sind keine Name von gut punktierten Simmentaler Kühen. Diese Bezeichnungen sind uns alle auf unserem Weg Richtung South Australia begegnet.

Wir haben keine Wahl und fahren den Eyre Highway (National Highway 1) ostwärts. Ab und zu erscheint ein Schild mit einem der oben erwähnten Ortschaften, welche keine sind. Oft ist es nur ein Roadhouse - eine Bar, vielleicht ein Motel und immer eine Tankstelle. Immerhin. Der Highway verläuft praktisch kurvenlos. Tempomat rein und los gehts. Alle 10 Minuten kreuzen wir einen Road Train (Lastwagen mit zum Teil vier Anhängern - maximalen Länge 53.5 m). Der Road Train ist auf berechnete rund 3.5 km am Horizont zu sehen, bis der Luftzug unser Auto immer ein paar Zentimeter zur Seite schiebt und das Riesenmonster im Rückspiegel verschwinden.

Zwischen Balladonia und Caiguna ist die mit einer Länge von 146,6 km längste völlig geradlinig verlaufende Straße Australiens! Einige Teile davon dienen, auf Grund der Abgelegenheit der Gegend, als Notlandebahn für den Royal Flying Doctor Service of Australia.

Die 1’000 km unterbrechen wir mit einer kurzen Nacht in Mundrabilla. Wenn das Roadhouse nur in einem halb so guten Zustand gewesen wäre, wie der wunderbare Ortsname - M u n d r a b i l l a - vermuten lässt, die Daumen hätten beide nach oben gezeigt. Auch wegen der verschiedenen Zeitzonen, geht in Mundrabilla die Sonne um 04.30 Uhr auf und um 18.30 Uhr ist es zappenduster. 05.42 Uhr - so zeigt uns die Uhr im Auto - starten wir und nehmen weitere 600 km unter die Räder. Bäume, Sträucher, ein Emu Paar, eine Känguru Familie und viele kleine Shingleback Skinks (eine Echsenart) sind zu sehen. Die Fahrt ist monoton. Keine Abwechslung. Der Motor tut was er tun muss und es geht vorwärts.

Wegen der Covid-19 Folgen wurde in Eucla (Grenze von Western zu South Australia) ein Grenzposten eingerichtet. In ersten Linie werden die Road Trains kontrolliert. Wir fahren unbehelligt durch und weiter geht unser Trip. Nochmals wechselt die Zeitzone und jetzt beträgt die Differenz zu Perth bereits plus 2 Stunden und 30 Minuten.

Eine Steppenlandschaft - so weit das Auge sehen kann - ist unser Begleiter. Die Nullarbor Wüste besteht aus Sand, Erde und ein paar Kleinstbüschen, welche der kargen, wasserarmen und heissen Gegend seit Jahrtausenden trotzen. Übrigens heisst Nullarbor übersetzt - Null = kein; arbor = Baum. Und es ist tatsächlich so.

Das Ziel naht. In Penong stehen viele Windmühlen und angeblich auch die Grösste des Kontinents. Und dieser Ort wirklich ein Ort. Es hat mehr als nur ein Roadhouse. Auf unserer Touristenkarte stossen wir auf den Namen Cactus Beach. Reizvoll und deshalb können uns auch die 20 km Gravel Road nicht von einem Abstecher abhalten. Sanddünen, Salzseen - hellgrün, dunkelgrün und pink - sowie eine unglaublich imposante Bucht. Wenn jemand in diese Gegend ist: geht an die Cactus Beach. Es ist ein Highlight.

Später finden wir heraus, dass dort Salz und Gips hergestellt werden. Eine extra dafür gebaute Eisenbahnlinie bringt die Produkte an den Hafen von Ceduna, unserer nächsten Station.